Marktwirtschaftlich relevanter Humanismus

Eine Frage hab‘ ich noch – in Columbo-Manier komme ich jetzt einfach nochmal rein: Warum muss ich mich eigentlich von allen möglichen unionsnahen, nach dem Peterprinzip zeckerlfett und Hanns-Seidel-gepusht in die Öffentlichkeit gehievten Lodenjuppies als „Gutmensch“ bezeichnen lassen?

Menschen, deren größtes Lebensrisiko bisher darin bestand in einem ihrer drei jährlichen All-Incl.-Urlaube mal keine Übergangsjacke einzupacken, analysieren die Lage in unserem Land, in dem nun wieder die Flüchtlingsheime brennen, mit folgenden Weisheiten: „Was das alles kostet“, „Es sind einfach zuviele“ und selbstverständlich den blau-weißen Allrounder: „Ja mei…“ Sind dann einer kindlichen wie konsequenten Logik folgend diese exorbitanten Stützen der Gesellschaft „Schlechtmenschen“? Ich denke, das trifft es…

Leute, die anpacken / Leute, die sich teilweise bis zur körperlichen und sozialen Belastungsgrenze in ihrer Freizeit für Flüchtlinge, die ja durchaus auch als sogenannte „Menschen“ tituliert werden können, engagieren / Leute, die das Grundgesetz als nicht verhandelbare Pfahlwurzel unserer Gesellschaft definieren / Leute, die in erster Linie Mensch sein wollen und dann erst Deutsche, Charlie und Paris sind / … / Das alles sind also in deren Augen sowohl verachtens- wie belächelnswerte „Gutmenschen“. In die darf man in Voodoomanier sein Gäbelchen reinstecken, sie beleidigen und ihnen letztendlich jede Würde aberkennen. Nein, das darf man nicht. Das ist mies, dumm und wider allen Werten, die ja angeblich so vehement zu verteidigen sind. Die „Gutmenschen“ erwarten weder Geld, Respekt noch sonst irgendetwas. Sie erwarten nur eines: Dass manche Leute einfach nur den Kopf zumachen. Fertig.

Zurück zu den „Schlechtmenschen“.  Das wäre zu schön, aber wie lachen diese Mitglieder der Gattung Homo Sapiens (latein.: verstehender, verständiger bzw. weiser, gescheiter, kluger, vernünftiger Mensch ???) in ihren Gremien, Ortsverbänden, Stammtischen und humanitätstriefenden RotaryLöwenTischLobbyVerbänden über Zeitarbeiter, „die Anderen“ und generell über die Ärmsten der Armen. Und sie alle treibt selbstverständlich nur eine einzige Sorge um, die Sorge um ihr, um unser Land. Um deren Bürgerinnen und Bürger. Und vor allem um die deutsche Kultur. Diese Sorge erfährt selbstverständlich seine engen Grenzen, wenn der Steuerberater ein flottes Hinterziehungsmodell zur Hand hat und wenn der proktologische Exkurs im Gesäß unserer amerikanischen e und Schwestern ergibt, dass das halt einfach nicht geht. Das nennt man dann wohl marktwirtschaftlich relevanten Humanismus.

Arschlöcher. Blöde Arschlöcher. Und das wird man ja in Deutschland wohl noch sagen dürfen.

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