Der Mindestlohn und die Integration – Ein Pamphle̱t

Und immer wenn man angewidert denkt “das machen sie dann doch nicht, das wäre ja wirklich nachgerade unappetitlich“ kommt die Industrielobby daher, erklärt es als unverzichtbar, selbstverständlich flankiert von Muddi und ihren Abnickbuddies, der SPD. Die Älteren werden sich erinnern, das war doch einmal eine stolze Arbeiterpartei. Die Jüngeren kennen sie nur noch als eine machtangefixte schwarzmelierte Chaos-Combo, gegen die die Blechdosenarmee der Augsburger Puppenkiste eine seriöse politische Alternative darstellt.

Was ist also der Kotzbrocken der Stunde, der dem Belze in der feisten Gurgel hängt? Die Feststellung der Arbeitnehmervertreter nebst flankierender Mainstream-Medien, dass ein Mindestlohn ohne spezielle Ausnahmen die Integration von Flüchtlingen verhindere.

Und wieder funktioniert der schwarzrotgüldene Mechanismus, „Made in Germany“ rules: Der Schwarze Peter geht selbstverständlich an die Schwächsten der Schwachen, Politiker aller Colleur schwadronieren und bedienen wunderbar unseren größten gemeinsamen Nenner, „The German Angst“. Angst um unseren Wohlstand, Angst, dass der neue A6 drei Wochen Lieferzeit hat, Angst nicht mehr 3x jährlich in den Urlaub fliegen zu können und auch die Angst, dass so ein dunkelhäutiger Mensch einfach nicht ins Ortsbild passt und somit die Chancen auf eine Prämierung bei „unser Dorf soll schöner werden“ maßgeblich verringert.

Ich habe noch im Ohr, dass die Wirtschaft und der Arbeitsmarkt nach der Zuwanderung lechze? Ist das der Arbeitsmarkt, den jeder Besucher des Jobcenters nur zu gut im Waschel hat: „Telefonieren sie mal diese Zeitarbeitsunternehmen durch“, „Zeitarbeit ist eine Chance, aus der Anstellung heraus bewirbt es sich immer einfacher“ und selbstverständlich „Ich habe die Gesetze nicht gemacht“. Soll es das dann gewesen sein, wenn die Mitarbeiter diese drei Sätze auch auf Arabisch können? Das machen die übrigens NICHT für 8,50 Euro die Stunde.

Wir leben in einer Gesellschaft, die in einer wunderbaren Melange aus Angst, Phlegma und geistiger Fettleibigkeit inzwischen Zeitarbeit nicht nur akzeptiert, sondern auch gutheißt – solange man sich nicht nicht selbst in den Fängen dieses asozialen gesellschaftlichen Instruments befindet. Jedes Monat werden uns die wunderbaren Arbeitslosenzahlen präsentiert, die stabil unter drei Millionen liegen. Auch das ein schöner Trick, nicht die Arbeitslosigkeit per se zu bekämpfen, sondern einfach die Definition von „arbeitslos“ anpassen. In einer Maßnahme verräumt? Über 50? In einem Job, von dem man nicht leben kann? Alles NICHT arbeitslos. Gesellschaftliche Teilhabe? Altersvorsorge? Aufstiegsmöglichkeiten? „ Herr Belze, jetzt sind sie mal nicht so frech, sonst kürzen wir Ihnen die Mittel…“

Liebe Flüchtlinge, herzlich willkommen auf unserem wundervollen Arbeitsmarkt. Aber seid beruhigt, wir sind gottseidank nicht alle so.

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