Denn wir haben ein Idol …. USA

Wieder mal was Neues von unserem geistigen Leitfaden, unserem Idol, unserem großen, nie zu erreichenden Vorbild, den Vereinigten Staaten von Amerika. Red Bull hat in den USA einen Vergleich akzeptiert und 13 Millionen Dollar Strafe gezahlt wegen nicht zutreffender Werbeversprechen. Warum? Man ahnte es zwar, aber es war eigentlich zu absurd, als dass wir blasierten Europäer es uns vorstellen könnten – Red Bull verleiht nämlich in echt gar keine Flügel! Interessant wäre, wieviele Durchschnittsamerikaner im Krankenhaus oder auf dem Friedhof landeten, weil sie sich nach dem Genuss der Kultbrause vom Dach gestürzt haben. Ja so sind sie, unsere Brüder und Schwestern über dem großen Teich – einfach vorbildlich, daran sollten wir uns wirklich endlich konsequent ein Beispiel nehmen.

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Deshalb meine Forderung, und damit gehe ich sicherlich mit unserer Regierungskoalition, wie man heute so schön und politisch korrekt sagt, d’accord: Macht doch bitte dieses unser Land einen Tick amerikanischer. Deshalb rufe ich zu Anfang auf zur fröhlichen transatlantischen Juristerei. So wie es beim Freihandelsabkommen sein wird so sollten wir unser gesundes Rechtsempfinden weiter beugen. Statt eines ordentlichen Verfahrens werden dabei Differenzen in den verschlossenen Hinterzimmern irgendwelcher Kanzleien im Schiedsgerichtsverfahren ausgekartet. Juristische Ethik? Grundrecht auf Information? Was für ein Käse, hier geht es im Zweifelsfall um Arbeitsplätze! Vielleicht bist DU der Nächste – Big Brother is watching you!

Also führen wir diese so marktkonforme Idee weiter und hören auf das „gesunde Rechtsempfinden des Volkes“. Die BILD wird das gerne journalistisch ausgereift meinungsbildend begleiten. Hinzu käme eine wunderbare interkulturelle Komponente, die selbst unsere hartnäckigen Alt-68ern vollends befriedigen würde. Der Scharia entsprechend könnten wir ja dem Dieb die Hand abhacken, dem Kinderschänder etwas anderes und ansonsten gilt selbstverständlich die Todesstrafe. Und wenn die nicht mehr hilft, müssen wir denken wie die Amerikaner und zur Abschreckung härtere Strafen fordern. Wie das dann nach der Todesstrafe gehen soll kann mir nicht mal unsere Kanzlerin, das alte Obamazäpfchen, erklären.

Es lebe die Wumme. Das war damals nach den ganzen Schulmassakern die große Diskussion, die die US-Waffenlobby ja scheinbar haushoch gewonnen hat. Mit Goethes Faust gegen ein Schnellfeuergewehr? Typisch deutsch! Es hat sich die Überzeugung durchgesetzt, dass besser bewaffnete Lehrer die Attentäter hätten stoppen können. So macht man das und so muss das bei uns auch funktionieren. Aber bitte vorher Bescheid sagen, wenn es los geht, ich würde mir noch gerne ein paar Heckler & Koch-Aktien zulegen.

Kampf dem Sozialismus! Das ist einem Land der verpflichtend Krankenversicherten relativ schwer zu vermitteln. Gerade deshalb muss alles, was der Freiheit im Weg steht, gnadenlos rückgängig gemacht werden: Verbraucherschutz, soziale Gerechtigkeit, Schutz der Schwachen. Und wer braucht eigentlich schon eine Privatsphäre, schließlich hat jemand, der nichts verbrochen hat auch nichts zu verbergen. Ach ja, und diese Menschenrechte. Die sind doch im Grunde genommen auch fett schwul – unter sicherheitsrelevanten Aspekten absolut sinnlos. Statt eines pathostriefenden Pamphlets wie unserem Grundgesetz sollten wir doch endlich realistische Regeln aufstellen, die uns heute in den Kram passen. Mit kindlicher Naivität und gleichzeitig spielerischer Leichtigkeit definieren unsere Einflüsterer wer den Titel „Mensch“ führen darf und wer nicht. Wer ausscheidet, wird orange markiert, spätestens hier haben wir Deutschen die Amis schon überholt: „Guantanamo? Wir haben Tausende von Euro für unseren Kuba-Urlaub bezahlt und die kriegen das umsonst. Das ist ja wieder typisch, unsere Asylanten kriegen ja auch immer alles…“ Das ist schneidig, das ist schnittig und entspricht den Anforderungen des Marktes und verteidigt, Zitat Hans-Peter Friedrich, unser „Supergrundrecht auf Sicherheit“. Apropos – auch an unserer Außenpolitik gilt es das eine oder andere Stellschräubchen zu drehen. Deshalb immer wieder mal ein Land platt machen, gerne auch mal die Wiege der Menschheit in die Steinzeit zurückbomben und dabei immer schön den blankpolierten Sheriffstern blitzen lassen. Die USA sind eben so unglaublich, dass sie damals bereits geplant hatten, Afghanistan mit Flugzeugträgern anzugreifen.

Wenn wir uns alle anstrengen und unsere transatlantische Freundschaft endlich einmal richtig ernst nehmen, können wir schon bald so wohlhabend, gerecht und vor allem friedlich leben wie unsere Idole in Amerika.

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