Einfach nur #ttip

Aha, da soll es also ein sogenanntes Freihandelsabkommen zwischen Europa und den USA geben. Spannend. Gut dass sich unsere Kanzlerin beim letzten Hündchenmachen auch in meinem Namen für die NSA-Affäre bei Obama entschuldigt hat. Puhhh, das war aber auch knapp. Aber was ist das eigentlich? Ich höre nur Arbeitsplätze, gigantischer Markt für den Mittelstand und bilaterale Zusammenarbeit feat. Chlorhuhn. Das wars, mehr weiß ich nicht davon und auch die meisten anderen nicht. Dabei hätte ich Fragen über Fragen. 

Wer entscheidet über dieses Abkommen? Ich denke aber nicht, dass die Mitglieder hier gewohnt tief im Lobbyistenarsch stecken – ich bin mir sicher, die sitzen zeckerlfett mit am Tisch. Offizielle Begründung: „So können wir zeitnah wertvolle Fachinformationen einholen“. Wofür haben wir dann eigentlich einen Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages? 

Eine wichtige Frage: Wieviel Monsanto steckt in diesem Abkommen, bedeutet das etwa, dass wir schlechte Lebensmittel fressen müssen? Und das uns, dem Volk der Fernsehköche, der Food-Shows und der gnadenlosen Verbraucherschutzminister! Was, ein Huhn über fünf Euro? Also bitte, das geht beim Discounter wirklich billiger, die haben auch gute Sachen (Stichwort „Zweite Kasse aufmachen!“). „Weißt du eigentlich, was die zwei Urlaube im Jahr kosten? Und da ist das Skifahren noch garnicht dabei. Mein Gott, das wird schon passen…“

Oder noch schlimmer – bedeutet das etwa, dass es jemandem besser geht als uns? Das geht ja eigentlich gar nicht, denn wenn wir Deutschen für etwas stehen, das ist das doch Neid und Angst. Und natürlich Autos. Wieviele SUV-Monster können wir so mehr exportieren? Die deppertn Elektrogehhilfen können wir ja gerne behalten.

Was bedeutet es also? Dass der adipöse Amerikaner endlich dank Heckler & Koch und einem Zeiss-Fernrohr nicht mehr von der Couch aufstehen muss, um die Freiheit der Nation und seines Eigentums gegen einen 17-Jährigen Schwerverbrecher, der in seine Garage einbricht, final zu verteidigen. „Stand your Ground“ heißt das dann. Wenn der Langzeitgeläuterte dann auch noch ein deutscher Austauschschüler ist, dann schließt sich doch der Kreis. Wer könnte da noch gegen dieses Abkommen sein?

Wieviel Amerika steckt in diesem Abkommen? Mir ist auch klar, dass die Amis außerhalb der Militärtechnik alles importieren müssen, was komplexer ist als ein Kühlschrank. Aber vielleicht könnte man auch hier ein erfolgreiches US-Modell adaptieren. Gerade wurden ja wieder ca. 400 Söldner von „Academi“ auf der Krim gesichtet – leider wurde nämlich „Blackwater“ von lächerlich überkritischen Medien zu sehr durch den Dreck gezogen. Also umfirmieren, das Geschäftsmodell bleibt. Wieso also nicht auch in Deutschland im Rahmen des Freihandelsabkommens eine solche Truppe gründen? Selbstverständlich nach deutschen Standards mit 50% Frauenanteil, Zeitarbeitsverträgen mit 8,50 Euro Mindestlohn, familienfreundlichem Gleitzeitmodell, Betriebsrat und natürlich 3-monatiger Kündigungsfrist bei spontanem Ableben. Da zittert der Taliban.

Vielleicht sollten wir uns in diesem Zusammenhang auch kulturell den Schwestern und Brüdern aus Übersee annähern. Ich bin für einen TESC – den Transatlantic European Song Contest. Man stelle es sich vor, die Wurst tritt in Texas auf! Die geballte Toleranz der Nation würde über ihn/sie hereinbrechen. Schwulenhasser, durchgeknallte Klerikale und rechtschaffende Bürger würden uns im Schulterschluss lehren, wie Demokratie wirklich funktioniert.

„Belze, das ist ja erschreckend! Dieses zynische Pamphlet geifert ja vor Unkorrektheit und Desinformation.“

Genau, liebe Politiker, das ist mein trauriges Fazit: Ich habe nach wie vor keine Ahnung. Könnte mich einmal jemand bitte mal darüber umfassend und neutral informieren? Irgendwie wäre doch da was am 25. Mai, wofür ich diese Infos eigentlich bräuchte…

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