Das Frankfurter Kollegium & die „reine Lehre“

Weder soll dieser Beitrag eine Für-, noch soll er eine Gegenrede zum
Frankfurter Kollegium darstellen.
Auch wenn ich persönlich dem Kollegium ablehnend gegenüber stehe, soll
an dieser Stelle darüber nachgedacht werden, was uns mit der Gründung
des Kollegiums gesagt werden soll.

Abseits der geäußerten Befürchtung, die Partei rücke zu weit nach links
(Flügelbildung; hierzu mein Kommentar), rufen sie auch eine aus ihrer
Sicht notwendige Revolution der Kommunikationsstrukturen innerhalb der
Partei aus. Ich meinerseits halte die Darstellung der angesprochenen
Kommunikationsprobleme für übertrieben – das mag aber auch daran liegen,
dass ich ein extrem dickes Fell habe und mich zu trollen schon fast an
ein Wunder grenzt.
Ich hab mich also mal eingelesen, umgehört, rumgetrollt und komme zu dem
Schluss, dass die Kritik an der innerparteilichen Kommunikation nicht
ganz von der Hand zu weisen ist.
Daraus ergibt sich nun aber die Frage, wie man auf diese Defizite
reagieren möchte? Strebe ich eine Verbesserung innerhalb der existenten
Strukturen der Piratenpartei an, oder ziehe ich einen Graben um mich
herum? PP 2.x oder PP 1.x?

Was uns innerhalb der Partei fehlt ist die Reflektion über unser
Kommunikationsverhalten – und das ist es, was dem Kollegium – sachlich
betrachtet – gelungen ist. Sie haben das Problemfeld und die Debatte
darüber jedem ins Bewusstsein gerufen.
Sollten sich die Gründer des Kollegiums dazu bekennen, dass es sich um
einen riesigen PR-Gag handelte, um diese Diskussion anzustoßen und
wieder zu beleben, ziehe ich meinen Hut und werde demütigst im Sande
kriechen (hier kommt eure Chance Kollegium :-P).

Folglich mein Aufruf:
Lasst uns eine AG EVolution, die sich der Verbesserung der
innerparteilichen Kommunikation widmen soll, aufbauen. Dabei sollten
wir die vorhandenen Möglichkeiten nutzen, aber auch mit Kreativität neue
Wege innerhalb der Partei suchen. Ich weiß, dass das ein harter und
steiniger Weg wird, aber ich bin der Überzeugung, das ist der Weg, den
wir beschreiten sollten.
Darum habe ich hier ein PAD eingerichtet. Wer Lust und Laune hat etwas
zu bewegen, durch Shitstorms zu wandern, Trollsichtungen zu erleben und
einfach die Partei wieder auf 2.x Kurs bringen will, anstatt die
althergebrachten Mittel der Anderen zu nutzen, möge sich bitte einbringen.

Ich bin voller Erwartungen, denn Kapitulation ist keine Option. Wenn die
Methoden, wie sie das Kollegium repräsentiert, obsiegen, wird die
Piratenpartei ein gutes Stück ärmer werden.

Gruß Belze

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4 Gedanken zu „Das Frankfurter Kollegium & die „reine Lehre“

  1. 5 Monate später, wie ist der Stand der Pflege der Parteiinternen Kommunikation? AG EVolution, besteht die? Was sind eigentlich Trolle? Und was ist, wenn das gar keine Trolle sind, sondern Nazguls und Orks?
    Mir ist der Begriff Troll das erste Mal (2011) in einem Forum der USA begegnet und dort wurden all jene, die kritische Fragen, nach Legitiamtion usw. stellten zu Trollen, es waren hauptsächlich Europäer aus Frankreich und Italien, die nicht a priori der peergroup bzw. dem „inner circel angehörten. Mir erschien das eine verkappte Form des amerikanischen Protektionismus. Wenn ich es richtig verfolgt habe, hat S. Lobo (?) dann den Begriff in D, vorgestellt.

  2. Wenn Du von innerparteilicher Kommunikation redest, übersiehst Du etwas Wesentliches: die Kommunikation nach draußen, nämlich mit den Bürgern.
    Wer Foren und Mailinglisten nach genehmer Meinung zensiert, würgt diese Kommunikation ab und schließt eine Filterbubble.
    Das gleiche geschieht aber auch, wenn man die Leute ungeahndet und ungemahnt beleidigen und ranten lässt. Das sind seriöse Leute nicht gewohnt, die finden das ekelhaft und abseits politischer Diskussion und halten sich fern.
    Ein Diskussionsforum lebt aber genau von diesen seriösen Leuten. Dann, wenn die dabei sind, tritt der politische Bildungs- und auch Multiplikationseffekt ein: solche Diskussionen gewinnen stille MItleser, die ein Vielfaches der an der Diskussion selbst beteiligten sind. Und das Renommee einer Internetpartei ausmachen: da musste lesen gehen, da kriegst’e alle Argumente mit.
    Alle Argumente heißt: im Vertrauen auf die Kraft der eigenen Argumente muss man auch einen NPD’ler mitdiskutieren lassen können, sofern er sich benimmt. Wer sich das nicht zu traut, soll schweigen und anderen den Vortritt lassen.
    Dass es auch bei denen jede Menge Trolle gibt, ist mir bestens bekannt; die aber lassen sich durch vernünftige, sachliche Argumentation (Beleidigungen, beständige Wiederholungen, Behauptungen ohne Beweise) durchaus heraus filtern.
    Andere Parteien können das auch. Ergebnis ist: von allen Parteiforen, auf denen ich mich jemals herum getrieben habe, sind die der Piratenpatei der Meinungsfreiheit am fernsten und enthalten die wenigsten sachgerechten und informativen Diskussionen.
    Genau das wird aber still und entscheidend mitwirken. Denn viele, die sich über eine Partei informieren wollen, gucken sich deren Foren an. Bei den Piraten kommen sie dann mit ziemlicher Sicherheit zur Entscheidung: die können nichts, die kannst’e vergessen.

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