Typisch Deutsch

Fragen über Fragen. Frei nach dem großen Dieter Hildebrandt frage ich mich immer häufiger wo ich mir noch hinfassen soll, der Kopf ist mir inzwischen zu schade dafür. Darum mal wieder mein persönlicher Sampler aus der neolinguistischen Kategorie „Ich so Hääää?“

WARUM heißt es jetzt nicht mehr „Ich bin sicher kein Nazi, aber…“ sondern „Weißt du was ich machen würde, wenn ich was zu sagen hätte…“ , gefolgt vom sprachlichen und geistigen Wurmfortsatz „…Da wär ich gleich fertig.“

WARUM posten eigentlich jetzt soviele diese grenzdebilen Grafiken des im Cafe sitzenden Flüchtlings während Bundeswehrsoldaten ausrücken nachdem sie erst monatelang ihr Mantra herunter geleitert haben, wie sehr man doch „da unten“ reinbomben müsste?

WARUM wissen wir immer noch nicht, wo Syrien und Afghanistan eigentlich genau liegen, wie die Strukturen dieser Länder sind, welche Ethnien dort beheimatet sind, welche Geschichte und Werte diese Länder bestimmen? Aber trotzdem wollen wir sie alle wieder dorthin zurückschicken. Nachfrage: „Sie“? „Ja die Araber halt“ –„Ah, die Kurden dürfen bleiben?“ – „Na, auch weg. Alle!“ – „Und die Paschtunen?“… Spätestens hier erfolgt der Hinweis „Du mit deinem Schmarr‘n immer, wo du gelesen hast. Mit Dir kann man ja nicht diskutieren…“ Ich finde, ein schöneres Kompliment kann man in diesem Fall kaum erhalten.

WARUM müssen die Asylanten (geben wir es auf darauf hinzuweisen, dass das korrekte Wording „Flüchtlinge“ wäre) zwingend erstmal „an gscheiden deitsch lerna“, während die BILD das Leitmedium der Deitschländler ist?

WARUM lassen jetzt Leute ihr Maul wackeln, die seit Jahren stolz und altklug verkünden „Ich gehe nicht wählen. Die machen sowieso, was sie wollen“? Hier halte ich es mit Hagen Rether: „Wählen ist wie Zähneputzen, muss halt sein. Macht man es nicht, wird’s braun.“

WARUM sehen eigentlich Leute, die meinen, dass sie so unglaublich deutsch sein, immer so aus, dass sie – gelinde gesagt – kaum in der Leibstandarte ihres so verehrten Schicklgrubers hätten dienen können? Hier würden sich selbstverständlich andere, derbere Vergleiche anbieten (Welche Reihe an der Rampe? etc.).

WARUM hat eigentlich jeder gehört, wieviel Geld ein Flüchtling nachgeschmissen bekommt („viel zuviel Geld“), hat dann aber keine Zeit weiter zu diskutieren, da er ja die durchschnittlich über 400 Euro für Weihnachtsgeschenke in den deutschen Leistungs- und Wirtschaftskreislauf pumpen muss? Übrigens: Genaues Zahlenwerk ist dabei in der Regel nicht bekannt, aber wer lässt sich schon seine schöne Meinung von Fakten versauen.

Ich fürchte, was bleibt ist mein altbackenes Gutmenschen-Credo im Doppelpack…

+++ GG §1 Abs.1: Die Würde des Menschen ist unantastbar +++

+++Esst mehr Bücher +++

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Der journalistische Islam

Sie können einem leid tun: „,Abscheuliches Verbrechen’. Deutsche Muslime verurteilen islamistische Gewalt … Einer der größten deutschen Islamverbände … sprach der französischen Regierung sein Beileid aus und grenzte den Islam von den Attentätern des sogenannten islamischen Staats (IS) ab. ,Alle Formen von Terrorismus und Extremismus sind völlig konträr zu den wahren Lehren des Islam’“, (SZ), was der ZDF-Ankermann Kleber vermutlich nicht in Zweifel zieht; und trotzdem fragt er den Vorsitzenden des islamischen Zentralrats gleich zweimal, ob der Islam da nicht „eine Verantwortung“ habe. Und der, ganz botmäßige Minderheit, muß das natürlich, wie gewunden und schwitzend immer, bejahen.

Es ist müßig, sich darüber zu streiten, ob der Islam eine friedliche oder eine kriegerische Religion sei. Das ist dann egal, wenn wir Religion, wo sie sich schon nicht abschaffen läßt, als die Privatsache behandeln, die sie ist. Als islamische neigt sie dazu, es nicht zu sein, denn die Umma, die Gemeinschaft der Gläubigen, ist mit der Gesellschaft identisch; aber nirgends, nicht einmal in Teheran, steht Ahmed Normalmuslim morgens auf, um bis zum Abend die Ungläubigen ausgerottet zu haben. Er ist Arzt, Lehrer, Bäcker oder Straßenkehrer, und wenn er betet, dann fürs Heil nach dem irdischen Feierabend. Ein Christ macht das nicht anders, und daß er gegens Verhetztwerden immun wäre, wird man nicht behaupten wollen.

„(1) Als Gehilfe wird bestraft, wer vorsätzlich einem anderen zu dessen vorsätzlich begangener rechtswidriger Tat Hilfe geleistet hat.“ §27 StGB

Das Problem, auch wenn öffentlich-rechtliche Aufklärer wie Kleber oder der Kommentator der Süddeutschen(„der innerislamische Gesellschaftskrieg ist keine Erfindung des Westens“) das zu eskamotieren versuchen, ist – immer wieder, es tut mir leid – kein religiöses, sondern ein soziales, so wie schwarze junge Männer in den USA nicht darum massenhaft im Knast sitzen, weil Schwarze Kriminelle sind. „Unterdrückung, gescheiterte politische Systeme und starkes Bevölkerungswachstum sind die Brutstätten für das Entstehen islamistischer Gewalt“, weiß sogar Freund Frankenberger in der FAZ. „Ohne weitreichende Reformen kann der Terror dort nicht besiegt werden.“ Wer bislang kräftig mit unterdrückt hat, wem das politische System in Bagdad oder Damaskus egal gewesen ist, solange nur das Öl floß, und wie also die weitreichenden Reformen auszusehen hätten, ohne daß man an der Weltordnung aus Koch und Kellner rütteln müßte – als lasse sich der Imperialismus mit dem Sozialgesetzbuch aus der Welt schaffen –, verrät der Frankfurter Auslandsredakteur nicht. Der innerislamische Gesellschaftskrieg im Irak z.B. ist halt eine Erfindung des Westens, nämlich eine direkte Folge des Irakkrieges von 2003, und wer, ganz generell, ein Auskommen und Perspektiven hat, der interessiert sich für den Unterschied zwischen Sunnit und Schiit auch nicht dringender als der Katholik für die Frage, ob ein Geschiedener noch mal heiraten darf.

Aber der bürgerliche Journalist, dem der Dax allemal näher ist als der geflickte Rock eines irakischen Familienvaters, will ja die Dinge nicht ins Rutschen bringen; und also ist er „an sich“ (Polt) nicht gegen den Islam, läßt aber an der sittlichen Überlegenheit des eigenen Aberglaubens (und des zugehörigen Abendlandes) keinen Zweifel: „Was wir den Terroristen entgegensetzen müssen: Weiterzuleben wie bisher. Das christliche Heilsversprechen ist nicht schwächer als die irren Vorstellungen verblendeter Todesschwadronen.“ Er ist ein Schatz, der Reinhard Müller von der Frankfurter AllgemeinenunserChristentum gegen deren Todesschwadronen. Unser Christentum, dessen Kriminalgeschichte allerdings bekannt ist und das sich die Erde auf eine Weise untertan gemacht hat, die allenfalls die Wünsche jener Milliarden offen läßt, die dabei nicht mitmachen dürfen. Weiterzuleben wie bisher, auf ihre Kosten: das ist kein Rat, das ist, in jeder Beziehung, Beihilfe.

Marktwirtschaftlich relevanter Humanismus

Eine Frage hab‘ ich noch – in Columbo-Manier komme ich jetzt einfach nochmal rein: Warum muss ich mich eigentlich von allen möglichen unionsnahen, nach dem Peterprinzip zeckerlfett und Hanns-Seidel-gepusht in die Öffentlichkeit gehievten Lodenjuppies als „Gutmensch“ bezeichnen lassen?

Menschen, deren größtes Lebensrisiko bisher darin bestand in einem ihrer drei jährlichen All-Incl.-Urlaube mal keine Übergangsjacke einzupacken, analysieren die Lage in unserem Land, in dem nun wieder die Flüchtlingsheime brennen, mit folgenden Weisheiten: „Was das alles kostet“, „Es sind einfach zuviele“ und selbstverständlich den blau-weißen Allrounder: „Ja mei…“ Sind dann einer kindlichen wie konsequenten Logik folgend diese exorbitanten Stützen der Gesellschaft „Schlechtmenschen“? Ich denke, das trifft es…

Leute, die anpacken / Leute, die sich teilweise bis zur körperlichen und sozialen Belastungsgrenze in ihrer Freizeit für Flüchtlinge, die ja durchaus auch als sogenannte „Menschen“ tituliert werden können, engagieren / Leute, die das Grundgesetz als nicht verhandelbare Pfahlwurzel unserer Gesellschaft definieren / Leute, die in erster Linie Mensch sein wollen und dann erst Deutsche, Charlie und Paris sind / … / Das alles sind also in deren Augen sowohl verachtens- wie belächelnswerte „Gutmenschen“. In die darf man in Voodoomanier sein Gäbelchen reinstecken, sie beleidigen und ihnen letztendlich jede Würde aberkennen. Nein, das darf man nicht. Das ist mies, dumm und wider allen Werten, die ja angeblich so vehement zu verteidigen sind. Die „Gutmenschen“ erwarten weder Geld, Respekt noch sonst irgendetwas. Sie erwarten nur eines: Dass manche Leute einfach nur den Kopf zumachen. Fertig.

Zurück zu den „Schlechtmenschen“.  Das wäre zu schön, aber wie lachen diese Mitglieder der Gattung Homo Sapiens (latein.: verstehender, verständiger bzw. weiser, gescheiter, kluger, vernünftiger Mensch ???) in ihren Gremien, Ortsverbänden, Stammtischen und humanitätstriefenden RotaryLöwenTischLobbyVerbänden über Zeitarbeiter, „die Anderen“ und generell über die Ärmsten der Armen. Und sie alle treibt selbstverständlich nur eine einzige Sorge um, die Sorge um ihr, um unser Land. Um deren Bürgerinnen und Bürger. Und vor allem um die deutsche Kultur. Diese Sorge erfährt selbstverständlich seine engen Grenzen, wenn der Steuerberater ein flottes Hinterziehungsmodell zur Hand hat und wenn der proktologische Exkurs im Gesäß unserer amerikanischen e und Schwestern ergibt, dass das halt einfach nicht geht. Das nennt man dann wohl marktwirtschaftlich relevanten Humanismus.

Arschlöcher. Blöde Arschlöcher. Und das wird man ja in Deutschland wohl noch sagen dürfen.

Wer braucht schon Kultur …

„Deutschland ist Freiheit, Allseitigkeit und Liebe, dass sie’s nicht wissen, ändert nichts daran“ / Johann Wolfgang von Goethe /

Wieder einmal eine Weisheit unseres guten alten Herren Geheimrats, die in diesem Sinne auch in das von mir so verehrte und als verteidigenswerte Grundgesetz einfließt. Wer ist denn schon dieser Goethe? Liebe Landsleute, Goethe hieß tatsächlich Johann Wolfgang und nicht „Fack ju“. Aber genau dieser launige Filmtitel zeigt eine gefährliche Tendenz – denn im Subtext schwingt das mit, worauf der in unserer Gesellschaft so hochgelobte Axel C. Springer & Co. jahrzehntelang hingearbeitet hat – wer braucht schon so etwas wie Literatur, unabhängige Geister, vielleicht sogar eine eigene Meinung?

Liebe Mitmarschierer unter dem schwarzrotgoldenem Kreuz, ihr holden Retter des Abendlandes, weiland waren wir das Volk der Dichter und Denker. Unsere Geister der letzten beiden Jahrhunderte gehören zu Deutschland wie der Tee zu England, das Fahrrad zu Holland und das Plattieren diverser Wiegen der Menschheit zu den USA. Eigentlich doch gar nicht so schlecht, oder?

Esst mehr Bücher, es lohnt sich / Aber auch hier stoße ich wieder an die Grenzen, die einem das Pegida-beweihräucherte Deutschsein quer durch den Schädel zieht. Es ist leider so, dass weder die Biographie einer zu Ende benutzten Spielerexfrau noch die feuchten Träume einer Sparkassenfachwirtin als „Buch“ in diesem engeren Sinn zählen. Und das wars dann wohl mit meinem Apell, denn eines ist klar: Der Deutsche hat keine Zeit Langatmiges zu lesen. „Langatmig“ beginnt dann leider schon bei einem Artikel in der SZ, für den „Spiegel“ fehlt gänzlich die Zeit und eine echtes Buch – naja, vielleicht im Urlaub, aber eher nicht, denn da muss man sich ja an irgendeinem Ort im All-Incl.-Club, an dem man dem Infarkt nahe hingehetzt ist, erholen, um dann am letzten Urlaubstag wieder zurückzuhetzen.

Blicke ich auf drei meiner persönlichen Lieblingsautoren Juli Zeh, Ilija Trojanow und Hans Falada – eine streitbare Juristin mit einem brillantem Geist und Stil, ein bulgarischer Flüchtling und Virtuose der deutschen Sprache und ein morphiumsüchtiger Alkoholiker, der trotz seiner gebrochenen Biographie geniale Werke hinterlassen hat, dann weiß ich: Das ist bunt, das macht Spaß, das ist Deutschland!

Der Mindestlohn und die Integration – Ein Pamphle̱t

Und immer wenn man angewidert denkt “das machen sie dann doch nicht, das wäre ja wirklich nachgerade unappetitlich“ kommt die Industrielobby daher, erklärt es als unverzichtbar, selbstverständlich flankiert von Muddi und ihren Abnickbuddies, der SPD. Die Älteren werden sich erinnern, das war doch einmal eine stolze Arbeiterpartei. Die Jüngeren kennen sie nur noch als eine machtangefixte schwarzmelierte Chaos-Combo, gegen die die Blechdosenarmee der Augsburger Puppenkiste eine seriöse politische Alternative darstellt.

Was ist also der Kotzbrocken der Stunde, der dem Belze in der feisten Gurgel hängt? Die Feststellung der Arbeitnehmervertreter nebst flankierender Mainstream-Medien, dass ein Mindestlohn ohne spezielle Ausnahmen die Integration von Flüchtlingen verhindere.

Und wieder funktioniert der schwarzrotgüldene Mechanismus, „Made in Germany“ rules: Der Schwarze Peter geht selbstverständlich an die Schwächsten der Schwachen, Politiker aller Colleur schwadronieren und bedienen wunderbar unseren größten gemeinsamen Nenner, „The German Angst“. Angst um unseren Wohlstand, Angst, dass der neue A6 drei Wochen Lieferzeit hat, Angst nicht mehr 3x jährlich in den Urlaub fliegen zu können und auch die Angst, dass so ein dunkelhäutiger Mensch einfach nicht ins Ortsbild passt und somit die Chancen auf eine Prämierung bei „unser Dorf soll schöner werden“ maßgeblich verringert.

Ich habe noch im Ohr, dass die Wirtschaft und der Arbeitsmarkt nach der Zuwanderung lechze? Ist das der Arbeitsmarkt, den jeder Besucher des Jobcenters nur zu gut im Waschel hat: „Telefonieren sie mal diese Zeitarbeitsunternehmen durch“, „Zeitarbeit ist eine Chance, aus der Anstellung heraus bewirbt es sich immer einfacher“ und selbstverständlich „Ich habe die Gesetze nicht gemacht“. Soll es das dann gewesen sein, wenn die Mitarbeiter diese drei Sätze auch auf Arabisch können? Das machen die übrigens NICHT für 8,50 Euro die Stunde.

Wir leben in einer Gesellschaft, die in einer wunderbaren Melange aus Angst, Phlegma und geistiger Fettleibigkeit inzwischen Zeitarbeit nicht nur akzeptiert, sondern auch gutheißt – solange man sich nicht nicht selbst in den Fängen dieses asozialen gesellschaftlichen Instruments befindet. Jedes Monat werden uns die wunderbaren Arbeitslosenzahlen präsentiert, die stabil unter drei Millionen liegen. Auch das ein schöner Trick, nicht die Arbeitslosigkeit per se zu bekämpfen, sondern einfach die Definition von „arbeitslos“ anpassen. In einer Maßnahme verräumt? Über 50? In einem Job, von dem man nicht leben kann? Alles NICHT arbeitslos. Gesellschaftliche Teilhabe? Altersvorsorge? Aufstiegsmöglichkeiten? „ Herr Belze, jetzt sind sie mal nicht so frech, sonst kürzen wir Ihnen die Mittel…“

Liebe Flüchtlinge, herzlich willkommen auf unserem wundervollen Arbeitsmarkt. Aber seid beruhigt, wir sind gottseidank nicht alle so.

Freiherr Söder

Sehr geehrter Herr Söder,
jeder von uns Bürgerinnen und Bürger musste schon einmal hinnehmen im Beruf von einem anderen überholt zu werden. So ist das Leben – eine Vision platzt, man muss sich dann eben neu aufstellen. Das nennt man erwachsen. Nur weil seit einigen Tagen der bestens geföhnte Freiherr wieder über den großen Teich drängt und sofort wieder von allen geliebt werden wird schlagen Sie in rasender Panik um Ihren inoffiziellen Posten als bayerischer Kronprinz um sich. Und sowohl bei kleinen Kindern als bei ausgewachsenen Politikern ist das immer das gleiche: Man drischt auf die Ärmsten der Armen ein. Pfui Teufel!

So ist das eben – 90 Prozent der CSU-Wähler sind jetzt schon der Meinung, dass zu Guttenberg auch ohne Doktortitel wieder als Arzt praktizieren darf. „Ja aaaaber…“ werden Sie nun sagen (und gehen mit dieser Einleitung zumindest mit dem Großteil Ihrer Wähler d‘accourt), „…es herrscht schließlich Meinungsfreiheit und das wird man ja in Deutschland wohl noch sagen dürfen“. Nein, das darf man nicht! Das was Sie gesagt haben ist tumb, inhaltsleer und unmenschlich. Die Würde des Menschen ist unantastbar – aber Leute wie Sie versuchen immer wieder unserem guten alten Grundgesetz ganz unappetitlich in die Hose zu fassen. In elendestem Politikersprech wollen sie also das Asylrecht „anpassen“ – nur nicht zu viel Kante zeigen, sich zu weit raus wagen, denn zur direkten Forderung diesen Passus in unserer Verfassung brutal zu ändern reicht es bei Ihnen und Ihren Kollegen scheinbar nicht.

Sehr geehrter Herr Söder, wir können also nicht die ganze Welt aufnehmen. Von welchem Baum der Erkenntnis haben Sie denn da genascht? Genau das stimmt, auch der 1. FC Nürnberg wird nicht in die Bundesliga aufsteigen und das Pfund Rindfleisch ergibt nach wie vor eine gute Suppe. Wo liegt hier der Informationsgehalt? Ihr fränkischer Landsmann Erwin Pelzig hat hierfür eine sehr treffende Formulierung: „Hauptsache das Maul wackelt“.

Sorry, Herr Söder, aber das alles wird der Karl-Theodor zwar nicht inhaltlich praller, aber doch irgendwie schöner machen. Und noch etwas zu Ihrer Schulbubenbockigkeit: Fragen Sie den schönen Freiherren – wer beim Abschreiben erwischt wird, der wird bestraft. Und wenn sie dreist beim doofen Lutz (Bachmann / PEGIDA), der schon 2x sitzen geblieben ist, abkupfern, gibt es hoffentlich auch eine entsprechende Strafe an der Wahlurne.

Hier also abschließend meine Meinung zu ihren Aussagen (das Mäntelchen des Anstandes übergestülpt): Sehr geehrter Herr Söder, wenn man nichts zu sagen hat bitte einfach mal den Kopf zumachen!

Es wiederholt sich…

Jean Ziegler: „Jedes Kind das heute verhungert wird ermordet“. Punkt. Stimmt. Darf nicht sein.

„Ja aaaaber“, jault da der Deutsche wieder auf, „wir haben es doch auch so schwer“ – die Lohnnebenkosten, das zarte Pflänzlein des Aufschwungs und das Verhalten der Nick im Big Brother-Keller.

Augenblicklich brennen in diesem Land wieder die Asylantenheime – und das einzige was dem BILDsatten Ureinwohner in diesem unserem Lande einfällt ist, dass tieftraumatisierte Flüchtlinge, deren 5-jährige Kinder in ihrem kurzen Leben mehr Elend gesehen haben als 90% der Generation Golf ein ganzes Leben lang, zu teuer sind.

Auf einmal sprechen wieder alle von „unserem“ Geld, das die kosten. Dass die Kosten für Flüchtlinge nur einen Bruchteil unseres Geldes betragen, das wir den Banken in alle feilgebotenen Öffnungen gestopft haben – Alternativlos. Sachzwang. DAX. Außerdem zu komplex um in eine BILD-Schlagzeile zu passen.

Und wieder ende ich mit dem Maler Max Liebermann, der aus tiefster Seele berlinerte: „Ick kann jar nich soville fressen, wie ick kotzen möchte“ – damals marschierte ein Fackelzug der SA vorbei.

Geschichte wiederholt sich.

Muss aber nicht sein.

Noch hat es jeder von uns in der Hand…